Im Zweifel für den Wein

  • 19 October 2013
  • Redakteur
Butxet Barrique

Santa Margalida im Rücken, die Straße gesäumt von blühenden Mandelbäumen, vorbei an hunderten von Rennradfahrern und schon begrüßt einen das Ortseingangsschild von Muro. Zwischen Can Picafort und Alcùdia gelegen, haben wir Muro reich an interessanten Eindrücken schnell erreicht. Von unserem eigentlichen Ziel, der Bodega Butxet, ist jedoch weit und breit keine Spur. Hinweisschilder? Fehlanzeige. Also muss man auf die katalanischen Auskünfte der Bewohner vertrauen und einmal quer durch den Ort, an der Kirche vorbei, den Marktplatz auf der Rechten hinter sich lassen und den großen Kreisel am Ortsausgang an der dritten Ausfahrt Richtung Industriegebiet verlassen. Hier angekommen, hilft auch keine Auskunft mehr weiter. Nur der eigene kriminalistische Spürsinn und ein Quäntchen Glück, führen uns schließlich durch die ellenlangen Felder bis zum gesuchten Weingut.

Warum ist jene, zwar junge aber dafür schon sehr namhafte Bodega, nicht ausgeschildert? Zum einen liegt es wohl daran, dass die Bodega noch in der Wiege liegt. Erst 2004 wurde sie von Vater und Sohn Perellio gegründet und seitdem Stück für Stück aufgebaut. Der zweite Grund für eine orientierungslose Anfahrt, ist die Philosophie der beiden. Denn das Weingut soll nicht als touristische Attraktion dienen, sondern als Werkstätte der Winzer, die Weine von höchster Qualität und mit eigenem Profil hervorbringt.

Erst mal angekommen, überrascht der erste Eindruck. Ein großes Feld, eigentlich mehr ein Acker, bietet Platz für das Gut und die sich anschließende Kelterhalle mit Barriquekeller. Hier dominieren Natursteine, traditionelle Farben und klare Linien. All dies ist brandneu und genau nach den Vorstellungen der Herren Perellio gestaltet. Obwohl noch etwas kahl, wirkt die Bodega zwischen traditioneller Natürlichkeit, modernstem Equipment und durchdachter Zweckmäßigkeit, mehr als stimmig und einladend.